Gelungene Premiere für elektrounterstütztes Paddelboot

Die MAZ-Online berichtete am 12.Mai 2014 über das Projekt Padelec.

Gerd Hollander aus Strodehne bietet mit seiner Partnerin Marion Bernicke seit 2005 eine behindertengerechte Ferienwohnung in dem Haveldorf an. „Die Touristen bewegen sich aber nicht nur auf Radwegen, sondern auch auf der Havel“, ergänzt Hollander.

STRODEHNE.  So entstand die Idee für kleine Sportboote mit Elektromotor-Unterstützung. Diese sollen ebenfalls durch Gäste mit körperlicher Behinderung genutzt werden. So begannen Hollander und Bernicke, verschiedene Sportboottypen zu testen. „Bei Kajaks ist der Einstieg für Behinderte zu tief, bei den Kanus ist der Schwerpunkt zu hoch und damit die Gefahr des Kenterns zu groß“, so Hollander. Das Paddelboot eigne sich am besten. Im hinteren Teil ist eine Zwölf-Volt-Autobatterie befestigt. Seitlich ist ein fünfstufig regelbarer Elektromotor mit zirka einer Pferdestärke angebracht. „Die Halterung dafür habe ich speziell anfertigen lassen“, verweist der Strodehner auf die Konstruktion. Das Boot hat Hollander seit zwei Jahren auf kleinen Touren genutzt. Jetzt sollte das System und die Batterieleistung auf einer längeren Strecke getestet werden.

Dafür bot sich die 6. Buga-Kanutour von Brandenburg nach Havelberg am ersten Maiwochenende an. Dazu lud Gerd Hollander die Naturparkleiterin Kordula Isermann ein. Gemeinsam wollten sie sich mit dem E-Paddelboot an der letzten Etappe Strodehne – Havelberg beteiligen. „Wir sind die 16 Kilometer lange Strecke bis Havelberg nur mit Motorunterstützung gefahren“, erzählte Hollander. „Es gab keine Probleme. Die Batterie war noch etwas mehr als ein Viertel voll.“ – „Ich freue mich, dass ein privater Anbieter wie Gerd Hollander in solche E-Paddelboote investiert. Die Tour war eine spannende Sache“, zeigte sich Kordula Isermann interessiert. „Ein entsprechendes Angebot an weiteren Orten wäre eine tolle Idee.“ Die Naturparkleiterin war überrascht, wie leise der kleine Motor ist. „Das E-Paddelboot ist ein guter Ansatz. Ich werden die Idee den anderen Naturparkleitern vorstellen“, ergänzte Isermann. „Allerdings bleibt es ein Motorboot mit den gleichen Einschränkung für die Befahrung der Havel. Da gibt es noch keine rechtliche Unterscheidung.“

„Menschen mit Behinderung wollen so weit wie möglich selbst paddeln. Aber der Motor ist eine gute Unterstützung“, so Gerd Hollander. „Wir wollen die E-Paddelboote auch an ältere Menschen verleihen.“

„Der Umbau zur Ferienwohnung wie auch die Anschaffung der durch einen Elektromotor unterstützten Fahrräder wurden durch den Landkreis mit Tourismus-Mitteln gefördert“, sagte Bruno Kämmerling, Tourismus-Referatsleiter beim Landkreis, der das Boot vor der Abfahrt kurz testete. Das Boot kostete zirka 1 000 Euro, der Umbau noch einmal rund 500 Euro. Auch das wurde vom Landkreis gefördert. (Von Uwe Hoffmann)